Am Sonntag, 22. Januar 2017 fand unter dem Motto „Das Tor zum Himmel – Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ unser Fußball-Gottesdienst beim Espelner SC statt. Bei sonnig klarem, jedoch frostigem Wetter kamen gut 200 Personen – teils mit dem eigens gecharterten Fanbus und viele in ihren Farben – zum Fußballplatz, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

Zur Einstimmung in das Thema zeigte ein Videoclip viele Parallelen zwischen Kirche und Glaube auf der einen Seite und Fußball auf der anderen Seite. Und davon gibt es eine ganze Reihe: da sind z.B. die Fangesänge im Stadion, die an Wechselgesänge in der Kirche erinnern, oder der Pokal, den die Sieger jubelnd als Zeichen des Sieges in die Höhe halten, ähnlich wie der Priester Kelch und Monstranz emporhebt. Die Einlaufkinder bei großen Fußballspielen erinnern an Kommunionkinder oder Ministranten und Bezeichnungen wie „Fußballgott“, „Heiliger Rasen“, „Hand Gottes“ und „Fußballtempel“ weisen auf weitere Analogien hin. Spieler werden zuweilen verehrt wie Heilige und nicht wenige bezeichnen den Fußball als „ihre Religion“.

Das, was viele anzieht und begeistert, ist die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, das gemeinsame Fiebern für die eigene Mannschaft und die Spannung, da trotz Favoriten ein Spiel auch schnell eine andere Wendung nehmen kann. All das hat mit großen Gefühlen zu tun. Insbesondere das enorme Gemeinschaftsgefühl ist auch für den Glauben wichtig.

So machte Gemeindereferent Bertold Filthaut in seiner Exegese zu Lukas 17, 20 - 21 und der Frage nach dem Kommen des Gottesreiches deutlich, dass die Erfahrung von Gemeinschaft, wenn wir uns ehrlich begegnen und für einander da sind, das Reich Gottes erahnen lässt und dann „das Tor zum Himmel“ schon heute ein Stück weit aufgeht.

Vom Kommen des Gottesreiches
20 Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. 21 Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.

Auch der Verlauf eines Fußballspiels weise einige Parallelen zu unserem Leben auf. Da ist der Anpfiff, der Zeitpunkt, wo das „Spiel beginnt“. Es gibt Höhen und Tiefen, Jubel und Krisen. Mal werden wir gefoult, mal foulen wir. Und wie bei der Fußball-Weisheit „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, kommt es auch im Glauben darauf an, was wir im Leben daraus machen: wollen wir um jeden Preis gewinnen, der Größte sein oder spielen wir fair und freuen uns auch mit anderen?

Doch anders als beim Fußball, wo die Karriere schnell ein Ende nehmen kann, wenn Verletzungen zu groß sind oder die Leistung nicht stimmt, hat Gott für jeden von uns eine Rolle im Spiel unseres Lebens. Er steht zu uns, egal ob wir stark oder schwach sind. Er nimmt uns an, so wie wir sind. So kann der Glaube etwas leisten, wo der Fußball passen muss. Bei existenziellen Fragen und Lebenskrisen stößt der Fußball an seine Grenzen. Bei Gott ist das anders. Gerade wenn wir schwach sind, bleibt er an unserer Seite und lässt uns nicht allein. In dieser Gewissheit stimmten zum Abschluss des Gottesdienstes dann alle in den Fußball-Klassiker „You’ll never walk alone“ ein.

Bei Bratwurst, Bier und Glühwein wurde der Abend dann auch zu einem schönen Gemeinschaftserlebnis - bis um 19 Uhr der Fanbus wieder Richtung Hövelhof aufbrach.

Ein ganz herzlicher Dank gilt Herrn Thieschnieder und dem SC GW Espeln für die Gastfreundschaft und Unterstützung sowie der à capella Gruppe "ANNALOG" aus Verl für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

 

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